Senat positioniert sich zu Vorfällen in Orientierungswochen

Nachdem es zu Beginn des diesjährigen Wintersemesters wie auch in vergangenen Jahren zu Vorfällen in den Orientierungswochen an der Goethe-Universität gekommen war und autoritäre Methoden im Rahmenprogramm der Veranstaltungen aufgefallen waren, hat der Senat sich auf Antrag der Grünen Hochschulgruppe positioniert.

Ben Seel, Mitglied im Senat für die Grüne Hochschulgruppe, begrüßt den Beschluss: »Wir freuen uns sehr, dass der Senat heute ein entschiedenes Zeichen für entspannte und aufklärerische Orientierungswochen gesetzt hat. Es ist wichtig, dass sich die gesamte Universitätsgesellschaft gegen entindividualisierende Rituale wendet. Beim Ankommen an der Uni müssen sich Erstsemester als Menschen willkommen fühlen, anstatt mit Brüllorgien als Masse geformt zu werden. Glücklicherweise ermöglichen ehrenamtliche Studierende in fast allen Orientierungswochen ein reflektiertes und ansprechendes Erlebnis. Der Beschluss verdeutlicht aber auch, dass die Universität ihre Verantwortung noch stärker wahrnehmen wird, auf die Struktur der Rahmenprogramme der O-Wochen zu achten.«

Im Weiteren dokumentieren wir den Senatsbeschluss im Wortlaut:

»Beschluss des Senats der Goethe-Universität vom 18.12.2019, TOP ›Orientierungsveranstaltungen – Vorfälle und Konsequenzen‹:

  1. Orientierungsveranstaltungen an der Universität (incl. ihres Rahmenprogramms) haben sich an das universitäre Leitbild zu halten. Dies schließt diskriminierendes Verhalten ebenso aus wie Praktiken, die darauf gerichtet sind eine demokratische Lehr-Lernkultur zu untergraben oder anti-aufklärerisch zu wirken.
  2. Schlachtrufe und Brüllorgien mit dem Zweck der Herstellung von Kollektividentitäten auf den Campussen der Universität sind zu unterlassen. Gleiches gilt für das Rahmenprogramm von Orientierungsveranstaltungen an der Universität, auch wenn sich diese teilweise außerhalb des universitären Raums bewegen.«