Pressemitteilung

Anlässlich der Preisverleihung des Adolf-Messer-Stiftungspreises am 26.11.2018 ruft die Grüne Hochschulgruppe der Goethe-Universität um 18:30 zu einer Kundgebung in der Frauenhofstraße gegen NS-Verharmlosung und Drittmittelabhängigkeit an der Goethe-Universität auf. Trotz Aufforderungen des gesamten Senats, der zuständigen Senatskommission, der jüdischen Gemeinde Hessens und von Landtagsabgeordneten nahezu aller Fraktionen hatte das Präsidium an der Benennung eines Raumes am Campus Riedberg nach der Adolf-Messer-Stiftung festgehalten.

„Adolf Messer war Nazi. Messer hat in seinem Unternehmen Zwangsarbeiter*innen beschäftigt und Kriegswaffenteile entwickelt. Neue Recherchen belegen, dass er schon früh Mitglied der NSDAP war und die Verbreitung von nationalsozialistischen Ideologien aktiv vorangetrieben hat.“

„Zum einen kritisieren wir die Einflussnahme der Stiftung auf die Angelegenheiten der Goethe-Universität. Für Spenden darf an der Uni keine Gegenleistung eingefordert werden. Darüber versuchen Stiftung und Unileitung sich hinwegzusetzen. Zum anderen kritisieren wir den relativistischen Umgang mit dem Nationalsozialismus. In der Debatte wurde Messer immer wieder als ‚Alltagsoppertunist‘, auf Info-Tafeln vor dem Raum sogar als Opfer dargestellt. Das sind fatale Verharmlosungen, die wir so nicht stehen lassen.“

Vier Forderungen werden bei der Kundgebung gestellt werden:

– Die Messer GmbH soll die ehemaligen Zwangsarbeiter*innen entschädigen!

– Die Messer GmbH soll ihre NS-Vergangenheit aufarbeiten und aktiv zur Erinnerungspolitik beitragen!

– Die Goethe-Universität soll bis dahin jegliche Kooperation mit der Adolf-Messer-Stiftung einstellen!

– Das Präsidium soll den Beschluss des Senats zur Umbenennung der “Adolf-Messer-Stiftungslounge” umsetzen!