Third Mission: Antifaschismus!

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Mit dem kommenden Hochschulentwicklungsplan setzt die Goethe-Uni strategische Leitplanken für die Jahre 2021-2025. Im Senat setzen wir uns dafür ein, dass im Hochschulentwicklungsplan eine Strategie zur aktuellen Entfesselung der gesellschaftlichen Rechten verankert wird. Denn: Die Universität wird nicht nur durch die Gesellschaft

geprägt, sondern wirkt auch in die gesellschaftlichen Strukturen hinein.

Unter dem Begriff „Third-Mission“ kursiert an der Uni hierzu ein sehr einseitiges Verständnis. Neben Lehre und Forschung sei eine dritte Mission der „Bürger-Universität“, Innovation in die Gesellschaft hinein zu tragen – natürlich vermittelt über private Hochschulfinanzierung und Auftragsforschung.
Diesem instrumentellen Verständnis von Universität als Innovationsgeberin wollen wir einen politischen Third-Mission Begriff entgegensetzen. Antifaschismus als Third Mission soll dabei sowohl in die Universität hinein, als auch aus der Universität heraus in die Gesellschaft wirken. Denn erstarkende rassistische, antisemitische und NS-relativistische Tendenzen zeigen sich auf allen Ebenen: Während an der Goethe-Universität über das Für und Wider von Nazi-Ehrungen wie im Falle Adolf Messers und Albrecht Schmidt diskutiert wird, kam es unter anderem in den letzten Wochen in Chemnitz zu Jagd-Szenen auf Migrant*innen und Angriffe auf Jüdische Einrichtungen.

Hier müssen wissenschaftliche Bildungseinrichtungen ihre gesellschaftliche Verantwortung erkennen und wahrnehmen. Denn wie schon in den letzten Jahren wird die wird die Universität auch zukünftig eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit dem Erstarken rechter und faschistischer Kräfte in Europa spielen. Im Third-Mission Programm des neuen Hochschulentwicklungsplans wollen wir deshalb Konzepte eines antifaschistischen Bildung

sauftrages der Uni einbringen: Wie kann zukünftig frühzeitig verhindert werden, dass geistige Brandstifter*innen die Universität als Plattform missbrauchen, wie Rainer Wendt oder Gerhart Amendt? Wie geht die Universität damit um, dass Holocaustleugner und NS-Relativierer möglicherweise bald auch im hessischen Landtag sitzen und nicht nur auf hochschulpolitische Belange Einfluss nehmen werden? Wie reagiert die Universität in ihrer Bildungs- und Forschungspraxis auf den immer sichtbarer werdenden Rassismus und Antisemitismus in Europa?

Neben anderen Themen werden wir vor allem hierzu am Hochschulentwicklungsplan arbeiten.
Wir halten euch auf dem Laufenden!